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Mit der Nase in der Heulage- Lumitest Teil IV





Heulage ist nicht gleich Heulage...


Gründe, die dafür oder dagegen sprechen sind vielfältig und individuell pro Pferd zu beurteilen.

Einige Pferde vertragen sie einfach nicht, reagieren mit Kotwasser etc. Auch bei Pferden mit Stoffwechselerkrankungen und Rehe-gefährdeten oder vorbelasteten Pferden ist ein Abwägen sinnvoll.

Auch Faktoren wie Lagermöglichkeit und der zügige Verbrauch von angebrochenen Ballen sollte berücksichtigt werden.


Generell spielt das Handling und die Umsetzungsmöglichkeit und Akzeptanz, sowie die Verträglichkeit von gewässerten Heu oder bedampften Heu und Heulage eine Rolle bei der Entscheidung.



Absolut wichtig ist immer, wie auch bei Heu, eine gute Qualität der Heulage.


Der pH-Wert sollte mindestens bei 4,2% liegen, da dann fäulniserregende Keime und krankheitserregende Clostridien absterben. Durch Fehlgärungen oder Lufteintritt können sich in der Heulage Säuren, Hefen oder auch Schimmelpilze entwickeln. Diese würden bei einem Verzehr zur Störung des sensiblen Verdauungstraktes führen und die empfindliche Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen.


Der optimale Trockenmassegehalt einer Pferde-Heulage liegt bei 50-60%. Der von Heu bei mind. 85%. Bei Heulage sollte die Futtermenge daher nach oben angepasst werden.


Gerade für allergische, atemwegskranke oder staubempfindliche Pferde ist die Fütterung von Heulage in guter Qualität aber eine gute Alternative zu Heu. Durch den höheren Feuchtigkeitsgehalt ist der Staub besser gebunden und wird so während des Fressens nicht eingeatmet und die Atemwege werden entlastet.


Bei der Umstellung auf Heulage sollte man Zeit einplanen, damit sich der Verdauungstrakt des Pferdes langsam an das neue Raufutter gewöhnen kann.


Vor der Fütterung sollte man die Heulage immer gut kontrollieren, aufschütten und den geöffneten Heulageballen innerhalb weniger Tage aufbrauchen.


Eine schimmelige, verschmutzte oder unangenehm riechende Heulage darf nicht verfüttert werden.


Nichts desto trotz hört man von vielen Seiten das gerade bei Atemwegserkrankungen die Umstellung auf Heulage eine deutliche Verbesserung der Symptome erzielt werden konnte.


Kann man eine gute Qualität sicherstellen und passt es individuell für das Pferd und vom gesamten Handling, ist Heulage eine gute Alternative gegenüber Heu und vielleicht sogar besser als ihr Ruf 🦠🔎


Wie die Gesamtkeimzahl bei unserer Heulage-Probe im Lumitest ausgefallen ist zeigen Euch in folgendem Video 🎥




Das Ergebnis hat uns positiv überrascht und zwar in so fern, das es in unseren gesamten Tests, die mit Abstand geringste Gesamtkeimzahl bei den Ausgangswerten zeigte.


2.149 RLU ist so zu sagen ein Hauch von Nichts🔎


Auch wenn wir hier eine sehr geringe Gesamtkeimzahl bei der vorliegenden Probe Heulage messen konnten, kann man das leider nicht pauschalisieren.


Wie auch beim Heu, trocken, bedampft oder nass, steht und fällt der Nutzen für das Pferd mit der Qualität.


Auch bei der Fütterung von Heulage gibt es dazu einige Faktoren zu berücksichtigen, die individuell für Euer Pferd und Euch zu beurteilen sind. (siehe oben)


Das Ergebnis zeigt aber auch warum Heulage, gegenüber Heu, eine immer beliebtere Alternative darstellt und für viele Pferde mit Atemwegserkrankungen von Vorteil sein kann.


Auch wenn der Ausgangswert mit 2.149 RLU schon wirklich sehr gering war, zeigen wir Euch auch hier die zusätzliche Reduzierung der mikrobiellen Belastung, wie auch zuvor bei den anderen Tests.


Hier haben wir die reduzierten Werte nach 1min mit 972 RLU, 2,5min mit 538 RLU und nach 5min mit nur noch 185 RLU gemessen.


Alle Werte unserer Test, des gesamten Themenblogs, stellen wir nochmal übersichtlich im nächsten Blog-Beitrag zusammen und gegenüber! hier


Als vorab Fazit, anhand der Ausgangs-Werte, bestätigt sich leider, das wir in Bezug auf mikrobielle Belastung oft im Blindflug unterwegs sind🦠


Bei anhaltenden gesundheitlichen Problemen ist daher eine prof. Heuanalyse, samt Bewertung der mikrobiellen Belastung, sehr zu empfehlen und ein Blick über den Tellerrand, nach weiteren Möglichkeiten Staub, unerwünschte Bakterien und Schimmelpilze zu reduzieren, kann sich als sinnvolle Ergänzung erweisen.

🔎⛑


Bis zum nächsten Blog,

Euer Team von HBN

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