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Mit der Nase im bedampften Heu - Keimzahlwerte im Lumitest Teil I

(Dies ist eine Ergänzung und Fortsetzung unserer Beiträge auf Social Media. Schaut gerne dazu auch dort vorbei)

Teil 1 Lumitest bedampftes Heu 🦠

Wir steigen direkt mit einem recht hohen, gemessenen Ausgangs-Wert von 137.306 RLU ein🦠

Diesen Wert, zur gemessenen Gesamtkeimzahl der unbehandelten Heu-Probe, ordnen wir als hoch ein, wenn wir bestimmte mikrobiologische Grenzwerte von Futtermitteln zugrunde legen.

Eine weitere Vergleichsprobe trockenen Heu’s hat z.B. in unserem Test einen Messwert von nur 13.143 RLU ergeben. Dies ist qualitativ als sehr gut einzuordnen, aber dazu mehr in den kommenden Beiträgen.


Etwas erschrocken waren wir über den hohen Wert schon, überrascht aber leider, aufgrund der steigenden Hustensymtomatiken und Studien zur Heuqualität, auch nicht 😣.

Ein tolles Webinar dazu gab es zum Thema "Hustende Pferde überall" erst kürzlich bei TWI.Academy mit Dr. Svenja Thiede. evtl. gibt es dazu noch mal eine Wiederholung.


Ein paar weitere informative Links haben wir Euch zusammengestellt- diese findet ihr am Ende dieses Beitrags.

Von der Bedampfung des Heus haben wir uns ehrlich gesagt etwas mehr als 57 % Senkung der mikrobiellen Belastung erhofft, zumal wir sehr viele Artikel durchforstet haben, die von einer sehr effektiven Beseitigung der mikrobiellen Reizauslöser schreiben.







Wir gehen davon aus, das die Ausgangswerte unserer Probe schon zu hoch waren, um die oft besagte Reduktion vorhandener Belastung auch tatsächlich zu erreichen. Daher wichtig zu berücksichtigen und darauf wird ebenfalls in einigen unabhängigen Artikeln hingewiesen- Ein ausreichendes Ergebnis wird durch das bedampfen nur erzielt, wenn sich die mikrobielle Belastung zuvor im Rahmen bewegt. Sprich- aus schlecht wird nicht gut!


Zur Bedampfung des Heu´s noch ein paar Dinge, die zu berücksichtigen sind.

Die Dauer und Höhe der Temperatur ist beim bedampfen ebenfalls entscheidend. So werden bei niedrigeren Temperaturen eine Vielzahl von Bakterien erfasst. Bei Temperaturen um 100 Grad auch einige Schimmelsporen. Aber eben nicht alle. Auch vorhandene Mykotoxine sind sehr Hitzestabil und durch absterbende Bakterien können auch Endotoxine entstehen.



Zu berücksichtigen ist, dass auch allergenes Potential, welches die Bronchialschleimhaut ”reizt”, die gleiche Wirkung auch auf den Schleimhäuten im Verdauungstrakt bewirkt und mit dem derzeitigen Standard genau dorthin abgelenkt wird.“


Nichts desto trotz ist das Bedampfen eine geeignete Möglichkeit vorhandene Stäube zu binden und das Heu qualitativ zu verbessern und die Gesundheit seines Pferdes damit zu unterstützen. Vorausgesetzt natürlich, man hat örtlich und aufwandstechnisch die Möglichkeit dazu.


Auch nasses Heu ist, bei zu langem liegen, eine hygienische Herausforderung und Nährwertverluste sind beim waschen zu berücksichtigen.


Schimmelpilze, Bakterien, Hefen und unzählige Staubpartikel kommen in jedem Heu vor und gehören ebenfalls zum natürlichen Umfeld unserer Pferde. Wichtig ist immer, das sich das mikrobiologische Treiben in Grenzen hält. Nehmen Staub und mikrobielle Belastung überhand oder ist der Organismus dem Einfluss über einen längeren Zeitraum ausgesetzt, führt das zu gesundheitlichen Problemen. Keime in Futtermitteln oder auch Tränkwasser können eine Vielzahl von unspezifischen Symptomen verursachen und auch zu Husten und/oder Verdauungsproblemen führen sowie die Leber und Nieren stark belasten. Auch hier spielt der Tolleranzbereich eines jeden einzelnen Pferdes eine große Rolle und sollte, bei der Beurteilung der ist-Situation, Therapie und allen Maßnahmen, unbedingt berücksichtigt werden.


Auch die Behandlungsmöglichkeit des Heu's mit Anolythen und die dadurch erzielte Reduzierung vorhandener Keime, haben wir bei der Betrachtung der unterschiedlichen Möglichkeiten einbezogen.


Um Euch dazu ein paar Zahlen sichtbar zu machen haben wir auch das in allen unseren Lumitest´s berücksichtigt. Dabei haben wir uns, beim Messen der Werte, jeweils an die mindest Wirkzeit von 1min gehalten. Ideal sind 5min.


Wer sich damit näher beschäftigen möchte und mehr über Anolythe erfahren möchte, wird beim stöbern auf unserer Website fündig. Aber wir haben Euch auch alles Wissenswerte, aus unserem letzten Themenblog, zusammengefasst. Diesen Beitrag u.a über die Wirkweise von Anolythen findet ihr hier.


Aber jetzt geht es erstmal los mit den Werten bei bedampften Heu.

Hier kommt unser Video dazu:



Kostenbetrachtung Bedampfung/Anolythe

Gerne nehmen wir hier auch noch kurz den Punkt der Kostenbetrachtung hinzu. Im Vergleich liegen die monatlichen Betriebskosten eines Heubedampfer´s, ohne Berücksichtigung der Anschaffungskosten und der aktuellen Strom-Preissteigerung, bei ca. 45-50 Euro/Monat (je nach Model und Menge Heu). Mit dem Ziel mikrobielle Belastung zu senken und Staub zu binden bewegt sich die monatliche Investition bei Anolythen im vergleichbaren Rahmen.


Heuernte 2022


Es liegen auch schon ein paar erste Ergebnisse zu den Nährstoffgehalten der Heuernte 2022 vor und wir haben Euch hier erste Infos und was dabei zu berücksichtigen ist angegangen. Das trifft vielleicht nicht auf alle Regionen zu, aber ist trotzdem nice to know.


(Die geteilten Beiträge findet ihr auch auf unserer Facebook-Seite.)

"Die erste Hochrechnung der Heuanalysen hat ergeben, dass wir jetzt schon sehr viel mehr Zucker und Fruktan im Heu haben, als das Jahr davor. Das schlägt sich auch in den MJ / kg wieder.


Die MJ sind für uns Ernährer die Kalorien, die das Pferd pro Rasse und Arbeitseinsatz aufnehmen darf (Ähnlich wie bei uns Menschen kcal).


Nun nimmt das Pferd mit wenig Heu viele Kalorien auf und wird also schnell dick... aber bei gleichbleibendem Rohfasergehalt (der macht satt) Das bedeutet:

Hat das Pferd in 2021 mit 10kg gut ausgesehen und war satt, wird es jetzt wahrscheinlich mit 8 kg dick, der Besitzer reduziert und das Pferd wird nicht mehr satt.

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Zudem ist der Eiweißgehalt sehr niedrig. Niedriger als in den letzten Jahren.. das bedeutet: Das Pferd wird dick, hat Hunger und viele Systeme im Pferd werden nicht mehr richtig versorgt, weil zu wenig Eiweiße rein kommen. Das macht das Pferd ggf. lethargisch, müde, verhaltensauffällig und so weiter..

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Das geht nicht von jetzt auf gleich, das wird sich aller Vermutung nach, Anfang / Ende Januar zeigen. Und das betrifft vor allem auch die kranken Tiere:

EMS, Insulinresistenz, PPID (Cushing), Hufrehe,... und leider sind davon ja auch die Heucobs betroffen, denn die werden aus Heu gemacht. Und wenn da viel im Heu drin ist..ist wahrscheinlich auch viel in den Cobs drin.

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Ein Dilemma... ihr merkt es. Was können wir tun? Bilanzieren!! Nie war rechnen so wichtig wie aktuell. Eiweiße müssen der Genetik und Arbeitspensum angepasst werden, Rationen müssen zum satt werden gut durchdacht werden. Stroh, Äste ... waren nie wichtiger als zu dieser Zeit."


Auszug Unabhängige Futterberatung

"Es sieht tatsächlich so aus, dass weite Teile des Bundesgebietes in diesem Jahr Heu haben, das einen relativ hohen Zucker- und einen nur mäßig hohen Eiweißgehalt aufweisen. Das bedeutet, dass wir in diesem Jahr ganz genau darauf achten sollten, dass die Pferde im kommenden Winter nicht zu viele Kohlenhydrate und nicht zu wenig Eiweiß bekommen.


Es ist sicherlich der Trockenheit anzulasten, dass es so aussieht wie es aussieht. Jammern und meckern hilft aber nicht. Das einzige was hilft sind vernünftige Heuanalysen (aus dem Labor, nicht aus der Self-made-Refraktometer-Messung). Es wird in vielen Fällen auf eine Heu+Stroh+Holz+Eiweißlieferant-Ration hinaus laufen. Die Mengen und Art ergeben sich aus der jeweiligen Ration.


Wir haben bislang (Stand 22.08.2022) einen Durchschnitt von +/- 115g Gesamtzucker (Niedrigster Wert: 68g, höchster Wert 165g) und einen Eiweißwert von 33g verd. Rp. (Niedrigster Wert: 22g, höchster Wert: 52g) Alle Werte beziehen sich auf die Frischmasse. Es ist wahrscheinlich, dass auch die Varianz der Aminosäuren daher nicht besonders sein wird.


Das macht die Pferdefütterung im Winter 2022/2023 etwas aufwändiger. Ungefähr so wie im Winter 2016/2017 - wo die Werte auch schonmal so aussahen. Und im Winter 2019/2020 und 2020/2021 in abgeschwächter Form. Solche Probleme sind also nicht neu.

Vorsicht bei Pferden die bedampftes Heu bekommen: Durch die Bedampfung wird die Verdaulichkeit des Eiweißes im schlechtesten Fall um bis zu 50% herab gesenkt. Bei sowieso niedrigen Werten kann das für ein Pferd sehr unangenehme Folgen haben. Spätestens dann sollte ein gut ausgebildeter Futterberater dazu gezogen werden.....

Würde man nicht darauf reagieren bauen die Pferde zum Ende des Winters ab, kriegen Haut- und Fellprobleme, sind auffällig in der Muskulatur und im Verhalten. Die Hufe werden schlecht, das Immunsystem findet das nicht lustig usw. usw. "


(Sehr zu empfehlen! www.futterberatung-roehm.de)


So das war es jetzt erstmal mit Teil 1- weiter geht es in Kürze mit trockenem, nassem Heu und Heulage!


Wenn Ihr Fragen habt dürft ihr uns gerne löchern! Über Euer Feedback und Erfahrungen freuen wir uns!


Bis zum nächsten Beitrag!


 

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